23.01.2006 - Polizei stoppt Fahrer mit Rauschgift im Blut
von: nw
In nur zweieinhalb Stunden hat die Polizei in der Nacht zu Sonnabend auf der Hamburger Allee zwölf Fahrer aus dem Verkehr gezogen, die unter Alkohol- und Drogeneinfluss standen - acht davon hatten Rauschgift konsumiert. "Das ist ein unglaubliches Ergebnis", sagte Einsatzleiter Volker Bönig. "So viele Drogenfahrten hatten wir noch nie in so kurzer Zeit. Erstmals hat ihre Zahl die der Alkoholfahrten überstiegen."
Bei der groß angelegten Razzia mit rund 45 Polizisten wurden von 2.15 Uhr bis 4.45 Uhr 150 Nachtschwärmer gestoppt, die stadtauswärts fuhren - die meisten waren zwischen 18 und 25 Jahre alt. Fahrer, die bei Schnelltests Auffälligkeiten zeigten, mussten sich später auf der Wache Blut abnehmen lassen. In den meisten Fällen hätten die Drogenkonsumenten vermutlich Aufputschmittel wie Kokain geschnupft, aber auch Marihuana und Heroin seien mit im Spiel gewesen, schätzt Bönig. Sicherheit verschafften aber erst die Ergebnisse der Blutproben. Die Betreffenden mussten ihr Auto gleich stehen lassen, zwei von ihnen den Führerschein abgeben. Gegen die Drogen- und Alkoholkonsumenten wurde Anzeige erstattet.
Die Kontrolle war Teil der landesweiten Kampagne "Don't drug and drive" des Innenministeriums, die auf den angestiegenen Drogen- und Medikamenteneinfluss im Straßenverkehr abzielt. Wurden in Hannover im Jahr 2004 noch 451 Fahrer am Steuer erwischt, die Rauschmittel genommen hatten, waren es im vergangenen Jahr bereits 546. Auch mit Aufklärungsarbeit an den Schulen wolle die hannoversche Polizei dem "alarmierenden Trend" entgegenwirken, sagte Bönig.
Auch das so genannte Flatrate-Trinken - Alkohol zum Pauschaltarif -, das mittlerweile mehrere hannoversche Klubs im Programm haben, hat die Beamten auf den Plan gerufen. In den Stunden vor der Aktion in der Innenstadt überprüften die Beamten auch verstärkt Autofahrer im Umfeld der Diskothek "Avalon" (ehemals "Rainbow") - dort gab es am Wochenende den Alkohol bis 23 Uhr umsonst und später zum halben Preis. Bei den Kontrollen zwischen 23 und 1.30 Uhr wurde aber lediglich ein Autofahrer gestoppt, der Drogen genommen hatte. Allerdings sei der Zeitraum der Überprüfung verhältnismäßig früh gewesen, räumte Bönig ein.
Quelle: HAZ
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